Der Atemregler ist das eine Ausrüstungsteil, das Sporttauchen überhaupt erst ermöglicht – er wandelt die Hochdruckluft aus der Flasche bei jedem Atemzug bedarfsgerecht in atembares Gas auf Umgebungsdruck um. Ein gut abgestimmtes Atemreglersystem aus erster Stufe, zweiter Stufe und passendem Zubehör bestimmt nicht nur den Atemkomfort, sondern auch die Sicherheitsreserven – besonders im Kaltwasser, in größeren Tiefen oder bei anspruchsvollen Tauchgängen.
Entdecken Sie erste und zweite Stufen aus den Serien Genius, Jupiter und Venus sowie ExtraAir-Backup-Systeme, DIN/INT-Adapter und Drehgelenke, Silikon- und thermoplastische Mundstücke sowie ein komplettes Sortiment an Servicewerkzeugen und O-Ring-Sets. Atemregler für den technischen und Extended-Range-Bereich finden Sie bei SoprasTek.
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Atemreglersysteme: Erste Stufe, zweite Stufe und mehr
Ein Tauchregler arbeitet in zwei Stufen. Die erste Stufe wird direkt am Flaschenventil angeschlossen – DIN oder INT (Bügel) – und reduziert den Flaschendruck (200–300 bar) auf einen stabilen Mitteldruck, typischerweise 8–10 bar über Umgebungsdruck. Von dort liefert die zweite Stufe dem Taucher beim Einatmen Luft genau auf dem umgebenden Wasserdruck, unabhängig von der Tiefe. Die Qualität dieser zweistufigen Druckminderung bestimmt, wie leicht und zuverlässig die Luft unter allen Bedingungen strömt.
Die erste Stufe Jupiter 300 bar ist für moderne Hochdruckflaschen ausgelegt, während die Jupiter NEW und Genius NEW Standard-200-bar-Konfigurationen in DIN- und INT-Ausführung abdecken. Die zweite Stufe Venus NEW lässt sich mit jeder ersten Stufe als Hauptautomat oder Backup kombinieren. Taucher, die eine vollständig redundante Luftversorgung ohne Pony-Flasche wünschen, finden im integrierten Backup-System ExtraAir eine eigenständige erste Stufe mit integriertem Regler, der direkt am Inflator des Jackets montiert wird.
Erste Stufen
Genius NEW, Jupiter NEW und Jupiter 300 bar – Kolben- und Membranregler in DIN- und INT-Ausführung für 200- und 300-bar-Flaschen.
Zweite Stufen
Zweite Stufe Venus NEW zum Einsatz als Hauptautomat oder Oktopus, mit Downstream-Ventilmechanik und einstellbarem Einatemwiderstand.
Zubehör
ExtraAir-Backup-Systeme, DIN/INT-Adapter, 360°-Drehgelenke, ND-/HD-Anschlüsse, Oktopushalter, Staubschutzkappen und Schlauchschoner.
Mundstücke
Standard-Silikon, lange Silikonausführung, Dual-Comfort-Silikon und thermoformbare Mundstücke für individuelle Kieferpassform und höchsten Atemkomfort.
Wartung von Atemreglern
O-Ring-Sets, Christo-Lube OXY Fett, Einstellwerkzeuge, Mitteldruckmanometer und komplette Werkzeugsätze für die Wartung in Werkstatt und Außeneinsatz.
DIN vs. INT und Druckklassen
Die zwei wichtigsten Anschlussstandards für Flaschen sind DIN (Deutsche Industrie Norm), bei dem der Regler direkt in das Ventil geschraubt wird, und INT (international/Bügel), bei dem der Regler über den Ventilstutzen geklemmt wird. DIN-Anschlüsse sind mechanisch sicherer und für 300-bar-Flaschen vorgeschrieben; INT ist in Tauchbasen weltweit weiter verbreitet. Sowohl die Jupiter- als auch die Genius-ersten-Stufen sind in beiden Ausführungen erhältlich, und DIN/INT-Adaptersätze ermöglichen bei Bedarf den Wechsel zwischen den Systemen.
Die 300-bar-Anschlussadapter für Jupiter/Neptune und Genius/Zenith ermöglichen das Aufrüsten bestehender erster Stufen für Hochdruckfüllungen. Für Reisen und den Einsatz in Tauchbasen sind Adaptersätze für die Umrüstung von DIN auf INT und von INT auf DIN auch einzeln erhältlich.
Worauf Sie achten sollten
- Bauart der ersten Stufe – Kolben oder Membran: Kolbenregler sind einfacher aufgebaut und atmen im Warmwasser oft leichter; Membranregler trennen die Innenmechanik vom Wasser ab und sind dadurch in kalten, schlammigen oder verunreinigten Bedingungen zuverlässiger.
- Anzahl und Anordnung der Anschlüsse: Vergleichen Sie die HD- und ND-Anschlüsse mit Ihrer geplanten Schlauchkonfiguration – Finimeter, Jacket-Inflator, Trockentauchanzug, zweite Stufe und Oktopus benötigen ND-Anschlüsse, Manometer benötigen HD. Vergewissern Sie sich vor dem Kauf, dass die erste Stufe genügend Anschlüsse an den richtigen Positionen bietet.
- Flaschenanschluss-Standard: Stimmen Sie den Anschluss der ersten Stufe (DIN 200, DIN 300 oder INT) auf Ihre Flaschen und die Infrastruktur Ihrer Ausbildungsstätte ab. Adapter lösen gelegentliche Inkompatibilitäten, ein nativer Anschluss ist jedoch immer vorzuziehen.
- Kaltwassertauglichkeit: In Wasser unter 10 °C können Atemregler durch den Joule-Thomson-Kühleffekt bei der Expansion abblasen oder vereisen. Für Tauchgänge in mitteleuropäischen Seen und Gewässern sind Membranregler mit Kaltwasser-Umgebungskit und für niedrige Temperaturen ausgelegte zweite Stufen erforderlich.
- Wartungsintervalle und Ersatzteilverfügbarkeit: Atemregler müssen unabhängig vom äußeren Zustand in der Regel alle 1–2 Jahre bzw. nach 100–200 Tauchgängen fachmännisch gewartet werden. Stellen Sie vor dem Kauf sicher, dass Service-Kits und O-Ring-Sets für das jeweilige Modell problemlos verfügbar sind.
Wartung und Pflege
Spülen Sie das gesamte Atemreglersystem nach jedem Tauchgang – besonders nach Salzwassertauchgängen – gründlich mit Süßwasser ab, wobei die Staubschutzkappe der ersten Stufe fest sitzen muss, damit kein Wasser eindringt. Drücken Sie beim Spülen niemals die Luftdusche; dadurch öffnet sich die zweite Stufe und Wasser wird in Richtung der ersten Stufe gedrückt. Etwa 15–30 Minuten in sauberem Süßwasser einweichen und anschließend an einem schattigen, gut belüfteten Ort vollständig trocknen lassen, bevor er eingelagert wird. Nicht in direkter Sonne oder in der Nähe von Wärmequellen trocknen, da Silikonbauteile durch UV-Strahlung und Hitze altern.
Schmieren Sie die O-Ringe der ersten Stufe regelmäßig mit sauerstoffverträglichem Fett – Christo-Lube OXY ist das vorgeschriebene Produkt für Atemregler, die mit Nitrox oder reinem Sauerstoff betrieben werden. Herkömmliches Silikonfett ist für den Sauerstoffeinsatz nicht zugelassen. Lagern Sie Atemregler locker aufgerollt ohne scharfe Knicke in den Schläuchen, idealerweise in einer gepolsterten Reglertasche. Lagern Sie ihn nicht mit gedrückter Luftdusche der zweiten Stufe. Eine jährliche Überprüfung und Wartung durch einen qualifizierten Techniker mit den passenden Einstellwerkzeugen und Mitteldruckmanometern stellt sicher, dass der Atemregler innerhalb der Spezifikation arbeitet, und erkennt Verschleiß, bevor er zum Sicherheitsproblem wird.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einem DIN- und einem INT-Atemregler?
DIN-Atemregler werden direkt in ein versenktes Ventil geschraubt und schaffen so eine abgedichtete Metall-auf-Metall-Verbindung, die sicherer und für 300-bar-Flaschen zugelassen ist. INT- bzw. Bügelregler werden über einen vorstehenden Ventilstutzen geklemmt und sind in Leihstationen weltweit weiter verbreitet. DIN-auf-INT-Adapter ermöglichen den Anschluss einer DIN-ersten-Stufe an INT-Ventile auf Reisen, was DIN zur vielseitigen Wahl für Taucher mit eigenen Flaschen macht.
Wie oft sollte ein Atemregler gewartet werden?
Die meisten Hersteller und Tauchausbildungsverbände empfehlen eine jährliche Wartung bzw. alle 100–200 Tauchgänge, je nachdem, was zuerst eintritt. Auch wenn der Atemregler einwandfrei zu funktionieren scheint, altern interne O-Ringe, Sitze und Federn im Laufe der Zeit durch Druckluft, Salz und wechselnde Druckbelastungen. Eine Wartung umfasst die Demontage, Reinigung, den Austausch der Verschleißteile aus einem Service-Kit, die Montage und einen Prüfstandstest mit Mitteldruckmanometer zur Überprüfung von Mitteldruck und Öffnungsdruck.
Kann ich einen Sport-Atemregler zum Kaltwassertauchen verwenden?
Standard-Sportatemregler können in Wasser unter 10 °C abblasen oder teilweise vereisen, da der schnelle Druckabfall bei der Luftexpansion die Mechanik abkühlt. Für Kaltwassertauchgänge – tschechische Steinbruchseen, Alpenseen, Nord- oder Ostsee – wird ein Atemregler mit abgedichteter bzw. kaltwassertauglicher erster Stufe dringend empfohlen. Im Zweifelsfall sollten Sie den vom Hersteller angegebenen Temperaturbereich des jeweiligen Modells prüfen.
Was ist ein Oktopus und brauche ich einen?
Ein Oktopus (alternative Luftquelle / AAS) ist eine zweite zweite Stufe, die an einen freien ND-Anschluss der ersten Stufe angeschlossen wird, um in einer Luftnotsituation einen Tauchpartner mit Atemluft zu versorgen. Er ist im Sporttauchen Pflichtbestandteil von Ausbildung und Zertifizierung. Der Oktopus ist meist gelb gekennzeichnet und sollte im Brustbereich („Dreieck“) befestigt sein, damit er sowohl für den Taucher als auch für den Partner gut erreichbar ist. Oktopushalter – sowohl Standard-Clip- als auch Magnetausführungen – halten ihn sicher und strömungsgünstig in Position.
Was ist das ExtraAir-System und für wen ist es gedacht?
Das ExtraAir-System integriert eine kompakte erste Stufe und einen Atemregler in den Inflatormechanismus des Jackets und wird aus einer kleinen unabhängigen Flasche (S6 oder S13) am Jacket gespeist. Es bietet eine vollständig unabhängige redundante Luftversorgung, ohne dass eine separate Pony-Flaschen-Konfiguration erforderlich ist. ExtraAir eignet sich für Sporttaucher, die eine einfache, strömungsgünstige Redundanzlösung suchen, sowie für Tauchprofis, die bei der Betreuung von Schülern oder Kunden im Flachwasserbereich auf eine zuverlässige Reserve angewiesen sind.



