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Tauchschläuche

Tauchschläuche sind die druckbeaufschlagten Verbindungen zwischen allen funktionalen Komponenten eines Atemsystems – von der ersten Stufe an der Flasche zur zweiten Stufe im Mund des Tauchers, vom Regleranschluss zum Jacket-Inflator und vom HD-Anschluss der ersten Stufe zum Konsolen-Manometer. Jeder Schlauch arbeitet unter einem bestimmten Druckbereich, wird über genormte Gewindeanschlüsse verbunden und besteht aus Materialien, die nach Flexibilität, Berstfestigkeit und langfristiger Salzwasserbeständigkeit ausgewählt werden. Die Wahl des richtigen Schlauchtyps und der passenden Konstruktion für die jeweilige Anwendung ist eine unkomplizierte technische Entscheidung, sobald die Druckanforderungen und Anschlussstandards bekannt sind.

Schlauchtypen und ihre Funktion im Tauchsystem

Eine typische Tauchausrüstung umfasst vier verschiedene Schlauchtypen, die unter unterschiedlichen Drücken arbeiten. Hochdruckschläuche (HD) verbinden den HD-Anschluss der ersten Stufe mit einem Finimeter oder dem Drucksensor eines luftintegrierten Tauchcomputers; sie führen den Flaschendruck – bei einer voll gefüllten Stahlflasche bis zu 300 bar – und müssen für diese Belastung ausgelegt sein. Niederdruck-Reglerschläuche (ND) leiten das Atemgas mit Mitteldruck von den ND-Anschlüssen der ersten Stufe zur primären zweiten Stufe; der Mitteldruck liegt typischerweise 8–10 bar über dem Umgebungsdruck. Oktopusschläuche führen denselben ND-Mitteldruck zu einer zweiten zweiten Stufe als Backup und sind üblicherweise länger als die primären Reglerschläuche, um die Abgabe an einen Taucher in Not zu erleichtern. Jacket- und Trockentauchanzug-Schläuche arbeiten ebenfalls mit ND-Mitteldruck, münden jedoch in Inflatormechaniken statt in zweiten Stufen.

Jacket- & Trockentauchanzug-Schläuche

Niederdruck-Inflatorschläuche für Jackets und Trockentauchanzüge in Gummi-, Smooth- und Geflechtausführung. Geeignet sowohl für klassische Jackets als auch für Trockentauchanzug-Inflationssysteme, in mehreren Längen erhältlich.

HD-Schläuche

Hochdruckschläuche zur Verbindung des HD-Anschlusses der ersten Stufe mit einem Finimeter, einer Konsole oder einem luftintegrierten Tauchcomputer. Erhältlich in Gummi-, ACCPur- und Geflechtausführung sowie als HD-Drehgelenk zur Vermeidung von Schlauchverdrehungen.

Reglerschläuche

Niederdruckschläuche für die primäre zweite Stufe in Gummi-, Smooth-, Extra-Soft- und Geflechtausführung. Längen von 62 cm bis 210 cm, einschließlich Konfigurationen für das technische Tauchen mit verlängerter Schlauchführung.

Oktopusschläuche

Niederdruckschläuche für zweite Stufen als Backup, üblicherweise in gelb für die schnelle Erkennung. Erhältlich in Gummi-, Geflecht-, Classic-NBR-, Smooth- und Braided-Tek-Ausführung in den gängigen Oktopuslängen.

Konstruktionsarten: Gummi, Smooth, Geflecht und NBR

Die Konstruktion des Schlauchmantels beeinflusst Flexibilität, Gewicht, Haltbarkeit und die Verlegung des Schlauchs am Jacket-Harness. Gummischläuche – wie der Reglerschlauch Gummi schwarz und der Jacketschlauch Gummi schwarz – bestehen aus einem verstärkten Gummikern mit Textilgeflechtlage und einem äußeren Gummimantel. Sie sind die Standardausführung für das Sporttauchen und bieten ausreichende Flexibilität über einen Temperaturbereich vom Tropen- bis zum gemäßigten Wasser sowie Haltbarkeit über Jahre regelmäßiger Nutzung. Im Kaltwasser wird Gummi etwas steifer, jedoch nicht in einem Maße, das die Funktion beeinträchtigt.

Smooth-Schläuche – Jacket-Schläuche SMOOTH, Trockentauchanzug-Schläuche SMOOTH, Reglerschläuche SMOOTH – ersetzen den äußeren Gummimantel durch eine glatte Polyurethan- oder ähnliche Polymerbeschichtung, die abriebfest ist, das Gleiten am Harness erleichtert und ein klareres optisches Profil ergibt. Die glatte Oberfläche nimmt zudem weniger Sediment und Salzablagerungen auf als ein strukturierter Gummimantel. NBR (Nitril-Butadien-Kautschuk)-Mischungen, wie sie in der CLASSIC-NBR-Serie zum Einsatz kommen, bieten eine erhöhte Beständigkeit gegen Ozonalterung sowie einen größeren Einsatztemperaturbereich als Standardgummi und eignen sich daher besonders für Kaltwassertauchgänge oder die Lagerung in Umgebungen mit hoher UV- oder Ozonbelastung. Geflechtschläuche – darunter der Jacketschlauch geflochten, der Reglerschlauch geflochten, der Oktopusschlauch geflochten und die Braided-Tek-Serie – verwenden ein Geflecht aus Edelstahl oder Synthetikfasern als Außenlage. Das ergibt die höchste Abriebfestigkeit sowie eine griffige Oberfläche, die ein Verrutschen des Schlauchs in der Hand beim Justieren verhindert.

Gewindestandards und Anschlusskompatibilität

Die Verschraubungen von Tauchschläuchen verwenden zwei vorrangige Gewindestandards: 3/8″ UNF für ND-Anschlüsse (zweite Stufen, Inflatorschläuche, Oktopusschläuche) und 7/16″ UNF für HD-Anschlüsse (Finimeter, Konsolenschläuche). Eine kleine Anzahl von Atemreglern bestimmter Hersteller verwendet metrische Gewinde oder herstellerspezifische Anschlüsse. Vergewissern Sie sich vor der Bestellung eines Ersatzschlauchs über die Gewindespezifikation sowohl des Anschlusses an der ersten Stufe als auch des Geräts oder der zweiten Stufe, das/die angeschlossen werden soll. Das HD-Drehgelenk in der Kategorie HD-Schläuche löst ein konkretes Einbauproblem: Es ermöglicht es dem geräteseitigen Ende eines HD-Schlauchs, sich unabhängig vom Schlauchkörper zu drehen, wodurch die Verdrehung beseitigt wird, die einen HD-Schlauch sonst unnatürlich aufrollt oder das Finimeter bei Bewegungen des Tauchers aus seiner Lage zieht.

Worauf Sie achten sollten

  • Druckklasse passend zur Schlauchfunktion. ND- und HD-Schläuche sind nicht austauschbar – ein an einen HD-Anschluss angeschlossener ND-Schlauch versagt, möglicherweise schlagartig. HD-Schläuche erkennen Sie an ihrem kleineren Innendurchmesser und der dickeren Wandung im Vergleich zu ND-Schläuchen mit gleichem Außendurchmesser. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Anschluss HD oder ND ist, ziehen Sie vor dem Anschließen eines Schlauchs die Dokumentation des Reglerherstellers zu Rate.
  • Schlauchlänge und Verlegegeometrie. Die Länge bestimmt, wie der Schlauch am Jacket verlegt wird und ob er sauber anliegt oder eine herabhängende Schlaufe bildet. Standard-Reglerschläuche für die primäre zweite Stufe sind 70–75 cm lang und positionieren die zweite Stufe in entspannter Haltung bequem am Mund des Tauchers. Konfigurationen für das technische Tauchen – insbesondere Sidemount- und Backmount-Setups mit Long Hose – nutzen Schläuche von 100 cm bis 210 cm. Inflatorschläuche für Jackets sind in der Regel 60–70 cm lang; der Inflatoranschluss am Trockentauchanzug kann je nach Anzugsdesign und Reglerposition einen längeren Schlauch erfordern.
  • Material passend zur Wassertemperatur. NBR- und Smooth-Polyurethan-Konstruktionen behalten ihre Flexibilität bei niedrigeren Temperaturen besser als Standardgummi. Taucher, die regelmäßig unter 10 °C tauchen, sollten NBR- oder Smooth-Schläuche an den Stellen in Betracht ziehen, an denen Steifigkeit die Ergonomie beeinträchtigt – insbesondere bei Inflatorschläuchen und am Schlauch der primären zweiten Stufe.
  • Material der Anschlüsse. Edelstahlfittings an den Schlauchenden sind deutlich korrosionsbeständiger als Anschlüsse aus Messing oder verchromter Legierung. Prüfen Sie den Zustand der Fittings bei jedem Wartungsintervall – Korrosion am Fittingansatz ist die häufigste Schwachstelle bei älteren Schläuchen.
  • Austauschintervall. Schläuche unterliegen nach den meisten Sporttauchstandards keinem verbindlichen Austauschintervall, eine Sichtprüfung bei jedem jährlichen Reglerservice ist jedoch der Mindeststandard. Aufblähungen, Risse, Ablösen der Außenschicht oder jegliche Anzeichen eines Austretens an einem Fitting sind unabhängig vom Alter Anlass für einen sofortigen Austausch.

Wartung und Pflege

Spülen Sie alle Schläuche nach jedem Salzwassertauchgang mit Süßwasser, mit besonderem Augenmerk auf die Fittingenden, an denen sich Salz im Gewindebereich ablagert. Lagern Sie Schläuche nicht eng aufgerollt – ein straff gewickelter Schlauch entwickelt mit der Zeit an den Biegestellen einen Druckverformungsrest, der die Wand schwächt und an diesen Stellen zur Rissbildung führt. Lagern Sie Schläuche hängend oder in lockerer Aufrollung mit einem Mindestbiegeradius von etwa 10 cm. Lassen Sie die Schläuche nach dem Spülen vollständig trocknen, bevor Sie sie in einer Tasche verstauen – eingeschlossene Feuchtigkeit an den Fittings beschleunigt die Korrosion an Messingbauteilen. Bei der jährlichen Wartung des Atemreglers sollte ein qualifizierter Techniker jeden Schlauch auf Unversehrtheit des Außenmantels, festen Sitz der Fittings und Innenzustand prüfen. HD-Schläuche sollten angesichts der Folgen eines Versagens unter Flaschendruck bei jedem Wartungsintervall einer Druckprüfung unterzogen werden.

FAQ

Woran erkenne ich, ob ein Schlauch ein HD- oder ND-Schlauch ist?

Hochdruckschläuche haben einen kleineren Innendurchmesser als Niederdruckschläuche mit demselben äußerlichen Außendurchmesser – die Wand ist entsprechend dicker, um dem Flaschendruck von bis zu 300 bar standzuhalten. HD-Schläuche verwenden am Geräteanschluss zudem typischerweise ein 7/16″-UNF-Gewinde, während ND-Schläuche an der zweiten Stufe oder am Inflator mit 3/8″ UNF arbeiten. Prüfen Sie in der Praxis vor dem Anschließen eines Schlauchs an einen unbekannten Anschluss stets die Anschlussspezifikationen Ihres Atemreglers in der Herstellerdokumentation. Der Anschluss eines ND-Schlauchs an einen HD-Anschluss birgt das Risiko eines Bruchs in der Tiefe.

Welche Schlauchlänge sollte ich für meine primäre zweite Stufe verwenden?

Für das klassische Sporttauchen im Backmount positioniert ein Reglerschlauch von 70–75 cm die zweite Stufe bequem auf Mundhöhe, wobei der Schlauch über die rechte Schulter geführt wird. Taucher, die einen Trockentauchanzug oder dicke Unterzieher tragen, profitieren möglicherweise von einem etwas längeren Schlauch – 80 cm – wenn die zusätzliche Materialstärke den Atemregler aus der bequemen Position zieht. Technische Sidemount-Taucher verwenden in der Regel die gleichen 70–75 cm bei rechtsseitig geführter Primärführung. Long-Hose-Konfigurationen im Backmount für das Höhlen- oder technische Tauchen nutzen einen Schlauch von 100 cm oder länger an der primären zweiten Stufe, damit die Abgabe ohne Aushaken der zweiten Stufe durch den Geber möglich ist.

Warum ist mein Oktopusschlauch gelb?

Gelb ist die internationale Konvention für Schläuche der zweiten Stufe als Backup (Oktopus). Die Farbe ermöglicht es einem Taucher in Not – und seinem Tauchpartner –, den Oktopus unter Stress sofort und ohne Suchen in der Ausrüstung zu finden. Dieselbe Farbkonvention gilt in den meisten Systemen auch für das Gehäuse der Oktopus-zweiten Stufe selbst. Beim Abgeben von Atemluft an einen Taucher in einer Luftnotsituation können die wenigen Sekunden, die durch das sofortige Erkennen des richtigen Schlauchs gespart werden, entscheidend sein. Einen Oktopus mit einem gelben statt einem schwarzen Schlauch auszustatten, ist daher gängige Sicherheitspraxis und keine reine Geschmacksfrage.

Wann sollte ich einen Tauchschlauch ersetzen?

Tauschen Sie jeden Schlauch aus, der sichtbare Risse im Außenmantel, Aufquellungen oder Aufblähungen entlang des Schlauchkörpers, ein Ablösen der Außenschicht oder Anzeichen von austretender Feuchtigkeit aus der Schlauchwand oder den Fittings zeigt. Ohne sichtbare Schäden empfehlen die meisten Hersteller einen Schlauchaustausch alle 3–5 Jahre als vorsorgliches Intervall, wobei Schläuche, die konsequent gespült und korrekt gelagert werden, häufig auch darüber hinaus einsatzfähig bleiben. Für HD-Schläuche sind angesichts dessen, dass ein Versagen unter Flaschendruck erfolgt, konservativere Austauschintervalle gerechtfertigt. Tauschen Sie einen Schlauch immer sofort aus, wenn er am Fittingansatz Verformungen zeigt – das deutet darauf hin, dass das Innengeflecht zu versagen beginnt und der Schlauch das Risiko eines schnellen Druckverlusts birgt.

Kann ich Schläuche zwischen verschiedenen Atemreglermarken austauschen?

In den meisten Fällen ja, sofern die Gewindenorm übereinstimmt. Die Mehrheit der Atemregler europäischer und großer internationaler Hersteller verwendet standardmäßig das ND-Gewinde 3/8″ UNF und das HD-Gewinde 7/16″ UNF, was Schläuche markenübergreifend austauschbar macht. Ausnahmen bilden einige ältere europäische Atemregler mit metrischen Gewinden sowie eine kleine Anzahl herstellerspezifischer Anschlusskonstruktionen. Wenn Sie einen Schlauch an einen Atemregler anschließen, mit dem Sie nicht vertraut sind, prüfen Sie die Gewindespezifikation des Anschlusses, bevor Sie Drehmoment aufbringen – das Überdrehen eines Reglergewindes erfordert eine fachmännische Reparatur.