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Zubehör – Karabiner, Aufroller und Sonstiges

Tauchzubehör ist die Ausrüstungsschicht, die selten Beachtung findet, solange nichts schiefgeht. Ein Karabiner, der in der Tiefe klemmt, ein Aufroller, der sich während des Tauchgangs verheddert, ein Schreibtableau, das auf dem Boot vergessen wurde – jeder dieser kleinen Aussetzer stört einen Tauchgang auf Weisen, die mit besser gewähltem Material vermeidbar gewesen wären. Dieser Bereich umfasst die praktische Ausrüstung, die erfahrene Taucher routinemäßig mitführen: Karabiner, Retraktoren, Aufroller und Spools, Schreibtableaus, trockene Aufbewahrungsboxen, Logbücher sowie eine Auswahl an Signal- und Helferwerkzeugen.

Die Rolle der kleinen Helfer in einer kompletten Tauchausrüstung

Beim Aufbau oder der Aufrüstung einer Tauchausrüstung steht die Hauptausrüstung – Atemregler, Tarierjacket, Maske – meist im Mittelpunkt. Zubehör wird oft erst dann gekauft, wenn ein konkreter Bedarf unter Wasser deutlich wird. Dieser Ansatz funktioniert, führt aber tendenziell zu einer Sammlung unzusammenhängender Artikel, die eher nach Verfügbarkeit als nach Funktion ausgewählt wurden. Ein bewussterer Ansatz beginnt mit dem Verständnis dafür, was jede Zubehörkategorie tatsächlich leistet und an welcher Stelle einer typischen Tauchkonfiguration sie ihren Platz hat.

Karabiner und Retraktoren

Eine breite Auswahl an Karabinern und Retraktoren aus Aluminium, Edelstahl, Bronze und Nylon – von klassischen Schnapphaken über seitlich öffnende Federkarabiner bis hin zu Spirallanyards und Retraktoren mit oder ohne Arretierung. Zur Befestigung von Instrumenten, Tauchlampen und sonstigem Zubehör am Tarierjacket oder Tragesystem.

Aufroller und Spools

Fingerspools und vollformatige Aufroller aus Kunststoff, Aluminium und Edelstahl zum Auslegen von Führungsleinen in Wracks, Höhlen und Umgebungen mit eingeschränkter Sicht. Inklusive separat erhältlicher Leinen in PES- und PAD-Konstruktion.

Schreibtableaus

Schreibtableaus für das Handgelenk und für die Hand zum Notieren und Kommunizieren unter Wasser. Genutzt sowohl als Referenz für die Tauchgangsplanung als auch zur Übermittlung von Informationen an den Tauchpartner, wenn Handzeichen nicht ausreichen.

Trockenboxen

Versiegelte wasserdichte Behälter für Gegenstände, die nicht nass werden dürfen – Autoschlüssel, Smartphones, Dokumente oder kleine Wertsachen. In mehreren Größen mit sicherem Verschluss erhältlich.

Logbücher etc.

Tauchlogbücher zur Erfassung der Tauchdaten – Tiefe, Grundzeit, Atemgasverbrauch, Bedingungen und persönliche Notizen. Eine konsequente Logbuchführung ist auch eine erforderliche Dokumentation für bestimmte Zertifizierungsstufen und für den Zugang zu manchen Tauchplätzen.

Sonstiges

Signalgeber, Multifunktionswerkzeuge, Pointer, Haken und weitere Einzweckartikel, die keiner größeren Kategorie zugeordnet sind. Mit dabei sind Shaker, Tank Banger, Trillerpfeife, Reef Hook sowie eine Reihe von Tauchwerkzeugen vom einfachen Innensechskant-Set bis zum Multifunktionswerkzeug 8in1.

Karabiner und Befestigungssysteme

Ein Tauchkarabiner oder Karabinerhaken erfüllt eine einfache mechanische Funktion – die Verbindung zweier Punkte – doch die Bedingungen, unter denen er funktionieren muss, machen die Wahl von Material und Verschlussmechanik entscheidend. Karabiner aus Edelstahl wie der Inox-Federkarabiner mit seitlicher Öffnung halten Salzwassereinsatz korrosionsfrei aus, während die Geometrie eines seitlich öffnenden Verschlusses eine einhändige Bedienung selbst mit dicken Neoprenhandschuhen ermöglicht. Aluminiumkarabiner wie der Federkarabiner Aluminium 50 mm bieten einen Gewichtsvorteil, der ins Gewicht fällt, wenn mehrere Karabiner mitgeführt werden. Bronze-Federkarabiner mit Umlenkrolle sind dort sinnvoll, wo der Karabiner zusätzlich entlang einer Leine oder eines Gurts laufen und nicht fest fixiert sein soll.

Retraktoren erfüllen einen anderen Zweck als feste Karabiner. Ein Retraktor hält ein Instrument oder eine Tauchlampe über eine federbelastete Schnur am Taucher – die Schnur wird beim Gebrauch ausgezogen und beim Loslassen automatisch wieder eingezogen. Der Standard-Retraktor deckt die meisten Sport-Anwendungsfälle ab, während der Retraktor mit Stopp eine mechanische Pausenfunktion ergänzt, die die Schnur in einer gewählten Länge fixiert – nützlich für Instrumente, die über längere Zeit auf Ablesedistanz gehalten werden müssen. Der Retraktor mit Arretierung bietet eine feste Sperre für Situationen, in denen jegliche Schnurbewegung störend wäre. Das Quick-Release-Spirallanyard verfolgt einen anderen Ansatz: ein gewendeltes elastisches Band mit Schnellverschluss, geeignet für Kameras oder Tauchlampen, bei denen gelegentlich ein vollständiges Lösen erforderlich sein kann.

Signalisierung und Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Tauchern unter Wasser stützt sich für die meisten Standardabläufe auf Handzeichen, doch es gibt Situationen, in denen Handzeichen versagen – schlechte Sicht, größere Distanz oder die Notwendigkeit, sofort Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Tank Banger erzeugt durch das Anschlagen an die Flasche einen scharfen perkussiven Ton, der auf kurze Distanz in klarem Wasser wirksam ist. Der Shaker erzeugt mit einem versiegelten Gehäuse ein Rasselgeräusch und kann zur sofortigen Verfügbarkeit an einem D-Ring eingeklinkt werden. Die Rassel mit Pointer kombiniert akustische Signalgebung mit einem Richtungspointer und reduziert so die Anzahl der mitzuführenden Artikel. Für die Signalisierung an der Oberfläche ist eine Trillerpfeife kompakt und liefert ein akustisches Signal, das über Wellengang weiter trägt als die Stimme.

Pointer und Tauchstifte dienen teils der Kommunikation – um einem Tauchpartner ein Motiv zu zeigen, ohne es zu berühren – teils als praktische Sondierhilfen, um Spalten zu untersuchen oder Sediment zu bewegen. Der Pointer in Farben ist in mehreren Farben erhältlich, je nach gewünschter Sichtbarkeit vor unterschiedlichem Hintergrund. Reef Hook und Hook für Jonline kommen beim Strömungstauchen zum Einsatz: Mit dem Reef Hook verankert sich der Taucher an stabilem Substrat und kann so in starker Strömung an einer Stelle verbleiben, ohne ständig zu finnen oder Korallen mit den Händen zu beschädigen.

Worauf Sie achten sollten

  • Materialverträglichkeit mit Ihrer Tauchumgebung. Edelstahl und hochwertige Aluminiumlegierungen widerstehen Salzwasser bei wiederholten Tauchgängen zuverlässig. Günstigere Stähle zeigen schon nach einer Salzwasser-Saison Oberflächenrost. Nylonkomponenten sind korrosionsfrei, haben aber geringere Bruchlasten und können bei niedrigen Temperaturen über Jahre an Sprödigkeit zunehmen.
  • Verschlussmechanik und Bedienbarkeit mit Handschuhen. Prüfen Sie jeden Karabiner- oder Retraktor-Verschluss mit den Handschuhen, mit denen Sie tatsächlich tauchen. Ein seitlich öffnender Verschluss, ein mit dem Daumen bedienbarer Hebel oder eine großzügige Öffnung verringern den Kraft- und Feinmotorik-Aufwand. Klassische Karabinerverschlüsse, die ein Kneifen erfordern, lassen sich mit 5- oder 7-mm-Handschuhen oft nur schwer bedienen.
  • Leinenkapazität und -material bei Aufrollern und Spools. Die Wahl zwischen Fingerspool und vollformatigem Aufroller hängt vom Einsatzzweck ab. Spools mit 15–50 m Leinenlänge decken die meisten Sport-Penetrationen in Wracks und Cavern ab; längere Aufroller sind für Höhlentauchgänge nötig, bei denen die Leinenführung deutlich weiter reicht. Leinendurchmesser und Konstruktion – PAD-Geflecht im Vergleich zu klassischem PES – beeinflussen die Abriebfestigkeit und das Verhalten der Leine unter Zug.
  • Dichtigkeit der Trockenbox und Tiefenfreigabe. Nicht jeder wasserdichte Behälter ist für Tauchtiefen freigegeben. Eine Box, die zur Aufbewahrung von Schlüsseln auf einem Bootsdeck genügt, hält ihre Dichtung möglicherweise nicht in 30 m Tiefe. Prüfen Sie vor dem Einsatz in der Tiefe die IP-Schutzart oder die Tiefenangabe des Herstellers. Auch das Verschlussdesign zählt – eine an der Oberfläche leicht zu öffnende Box lässt sich unter Wasser bei einem Stoß gegen die Ausrüstung möglicherweise ebenso leicht öffnen.
  • Erreichbarkeit der Signalgeber. Ein Tank Banger oder eine Trillerpfeife in einer Jackettasche bringt im Notfall keinen Vorteil, wenn das Hervorholen beide Hände und nennenswert Zeit erfordert. Signalgeber sollten so positioniert sein, dass sie einhändig in unter fünf Sekunden einsatzbereit sind.

Wartung und Pflege

Der wichtigste und konsequenteste Pflegeschritt für alle Tauchzubehör-Metallteile ist das gründliche Spülen mit Süßwasser nach jedem Salzwassertauchgang. Edelstahl und Aluminium sind korrosionsbeständig, jedoch nicht korrosionsfrei – Salzablagerungen, die in Verschlüssen, Drehpunkten und Federgehäusen antrocknen, beschleunigen den Verschleiß und führen mit der Zeit zum Festsitzen. Lassen Sie Karabiner und Retraktoren vor dem Spülen einige Minuten in Süßwasser einweichen, damit sich das Salz nicht nur an der Oberfläche, sondern auch aus den Innenräumen löst. Bei Retraktoren ziehen Sie die Schnur dabei vollständig aus, damit auch Federmechanik und Schnurführung mitgespült werden.

Aufroller und Spools sollten möglichst mit vollständig ausgezogener Leine gespült werden – mindestens aber unter laufendem Süßwasser mehrfach aus- und eingezogen werden. Die Leine nimmt Salz auf und versteift mit der Zeit, wenn sie nicht ordentlich gespült wird. Lassen Sie Spools nach dem Spülen so trocknen, dass Wasser aus dem Körper ablaufen kann – verschlossene, noch feuchte Lagerung begünstigt Schimmel an geflochtenen Leinen. Trockenboxen öffnen Sie nach jedem Tauchgang, spülen sie innen und außen aus und lassen sie mit angelehntem Deckel trocknen, bevor Sie sie wieder verschließen. Prüfen Sie den O-Ring der Dichtung regelmäßig auf Verformung oder Fremdkörper und tragen Sie eine dünne Schicht Silikonfett auf, damit der Verformungsrest des Rings erhalten bleibt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Retraktor und einem Lanyard?

Ein Retraktor verwendet eine interne Federmechanik, um die Schnur beim Loslassen des angehängten Gegenstands automatisch wieder einzuziehen, sodass der Gegenstand körpernah bleibt und nicht herumbaumelt. Ein Lanyard ist eine Schnur fester Länge ohne Rückzugsmechanik – es hält den Gegenstand auf einem festgelegten Abstand und übernimmt beim Loslassen keine Funktion. Retraktoren eignen sich besser für Instrumente und Tauchlampen, die während des Tauchgangs häufig genutzt werden; Lanyards sind einfacher und leichter für Gegenstände, bei denen es lediglich um eine Verlustsicherung ohne aktives Schnurmanagement geht.

Wann sollte ich einen Spool und wann einen vollformatigen Aufroller verwenden?

Ein Fingerspool ist kompakt, leicht und für die meisten Sport-Penetrationen geeignet – typischerweise bei Strecken bis 50 m in Cavern- oder flachen Wrackumgebungen. Ein vollformatiger Aufroller bietet mehr Leinenkapazität und oft einen besseren Griff für längere Strecken beim Höhlentauchen oder beim Auslegen einer Hauptführungsleine über größere Distanzen. Der Kunststoff-Aufroller mit Auto-Stopp 50 m ist eine Mittelklasselösung mit moderater Kapazität und einer Sperre, die ein unkontrolliertes Abrollen der Leine verhindert. Wer im Freiwasser taucht und einen Spool vor allem als Sicherheitsmittel für eine verzögerte Oberflächenmarkierung mitführt, kommt mit einem kompakten Spool gut aus.

Sind Schreibtableaus für Taucher sinnvoll, die die Standard-Handzeichen kennen?

Handzeichen decken die routinemäßige Kommunikation gut ab, doch in einigen Situationen sind Schreibtableaus weiterhin nützlich: zum Übermitteln von Informationen ohne standardisiertes Handzeichen-Äquivalent (Kompasskurs, eine bestimmte Tiefe, eine Uhrzeit), zur Verständigung mit frisch zertifizierten Tauchern, die nicht alle Zeichen sicher kennen, sowie bei Unterwasserfotografie und -videografie, wenn ein Motiv präzise in eine Position gewiesen werden soll. Tableaus für das Handgelenk sind das praktischste Format, da sie beide Hände für das Equipment frei lassen und ablesbar bleiben, ohne abgenommen werden zu müssen.

Was gehört in eine Trockenbox und was kann in einer Jackettasche bleiben?

Jackettaschen sind nicht wasserdicht – sie sind offene Netz- oder Reißverschluss-Stofffächer, die beim Abtauchen volllaufen. Alles, was kein vollständiges Untertauchen verträgt – Auto- oder Bootsschlüssel, Smartphone, ein Dokument, ein Hörgerät, Bargeld – gehört in eine versiegelte Trockenbox. Gegenstände, die selbst wasserfest oder unempfindlich gegen Wasser sind, etwa ein Schreibtableau, ein Karabiner oder eine Oberflächenmarkierung, können bedenkenlos in einer Jackettasche bleiben. Die Trockenbox MEDIUM und ähnliche versiegelte Behälter sind außerdem sinnvoll für empfindliche Gegenstände wie Sensorik von Tauchcomputern oder Medikamente, die unabhängig von ihrer angegebenen Wasserfestigkeit nicht mit Salzwasser in Berührung kommen sollten.

Wie wähle ich zwischen den verschiedenen Multifunktions-Tauchwerkzeugen?

Die Wahl hängt vor allem davon ab, welche Wartungsschritte Sie selbst durchführen. Das Multifunktionswerkzeug mit Innensechskant deckt die häufigsten Schraubentypen an Atemreglern, Tarierjackets und Zubehör ab – sinnvoll, wenn Sie vor Ort Anpassungen oder einfache Wartungen vornehmen. Das Tauchwerkzeug und das Multifunktionswerkzeug 8in1 ergänzen Funktionen wie einen Schraubenschlüssel, Schraubendreher und einen Flaschenöffner, was den Nutzen sowohl unter Wasser als auch am Tauchplatz erweitert. Für die meisten Sport-Taucher ist ein einfaches Multifunktionswerkzeug mit den passenden Innensechskantgrößen für die eigene Ausrüstung praktischer als das umfangreichste verfügbare Modell.