Zum Inhalt springen

Nassanzug oder Trockenanzug: Was wählen und warum?

  • von

Wasser entzieht dem Körper Wärme etwa zwanzigmal schneller als Luft derselben Temperatur. Deshalb ist Kälteschutz kein Komfortzubehör, sondern das, was darüber entscheidet, wie lange Ihr Tauchgang dauert. Nassanzüge, Halbtrockenanzüge und Trockenanzüge lösen dieses Problem alle, aber auf grundlegend verschiedene Weise, und jeder fordert seinen eigenen Preis bei Kosten, Beweglichkeit, Ausbildung und Pflege. Dieser Leitfaden erklärt, wie jeder Typ wärmt, welchen Temperaturbereich er realistisch abdeckt und wie Sie entscheiden, welcher in Ihre Tasche gehört.

Zwei verschiedene Wege, warm zu bleiben

Ein Nassanzug hält kein Wasser draußen. Er lässt einen dünnen Wasserfilm herein, hält ihn an der Haut fest und lässt ihn von Ihrer eigenen Körperwärme aufheizen. Die Isolierung übernimmt das Neopren selbst: ein geschlossenzelliger Schaum mit Millionen winziger Stickstoffbläschen, die den Wärmedurchgang bremsen. Die eingeschlossene Wasserschicht spielt eine viel kleinere Rolle, als die meisten Taucher glauben — entscheidend ist, dass der Anzug so eng sitzt, dass diese Schicht aufhört zu zirkulieren. Ein lockerer Nassanzug spült ständig warmes Wasser hinaus und kaltes herein, und keine Neoprenstärke behebt das.

Ein Trockenanzug geht den umgekehrten Weg. Wasserdichte Manschetten an Hals und Handgelenken und ein dichter Reißverschluss halten Sie innen vollständig trocken, und die Isolierung liefern eine Luftschicht plus der Unterzieher, den Sie tragen. Weil Luft weit besser isoliert als Wasser, hält Sie ein Trockenanzug in Wasser bequem, das einen Nassanzug-Tauchgang nach zwanzig Minuten beenden würde. Es bedeutet außerdem, dass Sie Ihre Isolierung über den Unterzieher steuern statt über einen neuen Anzug.

Dieser Unterschied hat eine Folge, die Taucher oft unterschätzen: Die Luft im Trockenanzug ist komprimierbar und verhält sich damit wie eine zweite Auftriebszelle. Sie müssen beim Abtauchen Luft nachgeben, um ein Anpressen des Anzugs zu verhindern, und beim Auftauchen ablassen, um einen unkontrollierten Aufstieg zu vermeiden. Deshalb erfordert Trockentauchen eine eigene Zertifizierung. Schwierig ist es nicht, aber es ist wirklich eine andere Fertigkeit als Tauchen im Nassanzug.

Die vier realistischen Optionen

Nassanzug

Geschlossenzelliges Neopren in Stärken von etwa 2 bis 7 mm. Am günstigsten, am beweglichsten, am einfachsten zu transportieren und anzuziehen. Der Komfortbereich hängt fast ausschließlich von Stärke und Sitz ab. Siehe das Neoprenanzug-Sortiment.

Halbtrockenanzug

Ein Nassanzug mit dichtem Reißverschluss und abdichtenden Manschetten an Handgelenken, Knöcheln und Hals. Er hält Sie nicht trocken, begrenzt aber drastisch, wie schnell Wasser ausgetauscht wird. Eine sinnvolle Mittellösung für Wasser um 10–16 °C, wo ein Trockenanzug übertrieben wirkt.

Trilaminat-Trockenanzug

Eine laminierte Gewebehülle, die selbst keinerlei Isolierung bietet — alle Wärme kommt vom Unterzieher. Leicht, packbar, schnell trocknend und von der Tiefe unbeeinflusst, weil die Hülle nicht komprimiert. Die Isolierung wird über den Unterzieher angepasst.

Neopren-Trockenanzug

Ein Trockenanzug aus Neopren, sodass das Material zusätzlich zur eingeschlossenen Luft isoliert. Er braucht dünnere Unterzieher, folgt dem Körper enger und fühlt sich im Wasser weniger ballonartig an. Schwerer, langsamer trocknend und mit Isolierverlust in der Tiefe, weil das Neopren komprimiert.

Den Anzug zur Wassertemperatur passen

Temperaturangaben sind immer Näherungswerte, weil die Toleranz zwischen Personen stark schwankt und von Tauchgangsdauer, Anstrengung, Körperbau und der Anzahl der Tauchgänge pro Tag abhängt. Die Bereiche unten setzen einen gut sitzenden Anzug, einen Tauchgang von etwa 45 Minuten und einen Taucher voraus, der sich nicht verausgabt.

  • Über 26 °C: Ein Lycra-Shirt, ein Shorty oder ein 2/3-mm-Anzug reichen meist, eher wegen Abschürfungen und Nesseltieren als wegen der Wärme.
  • 22–26 °C: Ein 2/3-mm-Vollanzug deckt das meiste tropische und warme Mittelmeertauchen bequem ab.
  • 17–22 °C: Ein 5-mm-Anzug ist das Arbeitspferd des europäischen Sommertauchens, meist mit Kopfhaube und Füßlingen.
  • 12–17 °C: Ein 6/7-mm-Anzug oder ein Halbtrockener, Kopfhaube und Handschuhe als Standard. In diesem Bereich beginnen Taucher bei Wiederholungstauchgängen über Trockenanzüge nachzudenken.
  • Unter 12 °C: Trockenanzugterrain für jeden Tauchgang von nennenswerter Länge. Mitteleuropäische Steinbrüche und Seen liegen die meiste Zeit des Jahres hier, und unter der Sprungschicht ist es noch kälter.

Ein Punkt, der Taucher regelmäßig überrascht: Die Oberflächentemperatur sagt sehr wenig aus. Ein Steinbruch mit 20 °C an der Oberfläche im August kann unter der Sprungschicht in 15 Metern 6 °C haben — und dort verbringen Sie den Tauchgang. Planen Sie nach der Temperatur in Ihrer Arbeitstiefe, nicht nach der, die Sie beim Einstieg spüren.

Beim Nassanzug entscheidet der Sitz

Ein Nassanzug, der eine Nummer zu groß ist, ist schlechter als ein dünnerer, der passt. Lücken im Kreuz, in den Kniekehlen, unter den Armen und um den Hals werden zu Kanälen, durch die Wasser zirkuliert und Ihre erwärmte Schicht bei jeder Bewegung durch kaltes Wasser ersetzt. Man nennt das Flushing, und es ist mit Abstand der häufigste Grund, warum Taucher in einem Anzug frieren, der auf dem Papier warm genug sein sollte.

Ein korrekt sitzender Nassanzug fühlt sich an Land eng an — spürbar eng. Er sollte den Brustkorb leicht komprimieren, nirgends Falten oder Luftpolster haben und Handgelenke und Knöchel erreichen, ohne zu ziehen. Sie sollten trotzdem tief einatmen und beide Arme über den Kopf heben können. Im Wasser, wenn das Neopren eine dünne Wasserschicht aufgenommen hat, lässt die Enge deutlich nach.

Die Dehnqualität des Neoprens zählt so viel wie die Stärke. Modernes Super-Stretch-Neopren erlaubt einen engeren Schnitt ohne Beweglichkeitsverlust, sodass ein gut gemachter 5-mm-Anzug einen billigen 7-mm-Anzug übertreffen kann, der weit geschnitten ist, um überhaupt tragbar zu sein. Es entscheidet auch darüber, ob Sie auf einem schaukelnden Boot in den Anzug kommen oder daran scheitern.

Wenn Standardgrößen bei Ihnen durchweg Lücken lassen — langer Oberkörper, breite Schultern, ungewöhnliche Proportionen — löst ein Maßanzug dauerhaft, was kein Schichten beheben kann.

Was ein Trockenanzug von Ihnen verlangt

Ein Trockenanzug ist nicht einfach ein wärmerer Nassanzug. Er verändert, wie Sie tauchen. Sie tragen einen Mitteldruckschlauch von der ersten Stufe zu einem Brustventil, geben beim Abtauchen kleine Luftmengen zu, um dem Anpressen der komprimierenden Anzugsluft entgegenzuwirken, und lassen beim Auftauchen über ein Schulter- oder Manschettenventil ab. Die Wasserlage wird anspruchsvoller, weil Luft in den jeweils höchsten Teil des Anzugs wandert — geraten Sie mit zu viel Luft kopfüber, sammelt sie sich in den Füßen, und das ist der klassische unkontrollierte Aufstieg im Trockenanzug.

Nichts davon übersteigt die Fähigkeiten eines soliden Sporttauchers, aber es erfordert einen Trockentauchkurs und eine Handvoll Tauchgänge, bis es automatisch läuft. Planen Sie die Ausbildung mit ein, wenn Sie den Anzug einplanen.

Auch die Pflege ist ein anderes Engagement. Hals- und Armmanschetten — Latex oder Silikon — altern und reißen und sind Verbrauchsteile, die alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden. Der wasserdichte Reißverschluss ist das teuerste Bauteil des Anzugs und dasjenige, das Vernachlässigung am schnellsten ruiniert: Er braucht Wachs, sorgfältiges Schließen und darf nie mit Gewalt bewegt werden. Einen Trockenanzug zu kaufen heißt, eine kleine laufende Pflegeroutine zu akzeptieren, die ein Nassanzug schlicht nicht hat.

Das Zubehör, das über Ihren Komfort entscheidet

Taucher erhöhen regelmäßig die Anzugstärke, während die Wärme tatsächlich woanders entweicht. Ein erheblicher Teil der Körperwärme geht über den Kopf verloren, und ein unbedeckter Kopf in 15 °C kaltem Wasser kühlt Sie schneller aus, als ein Millimeter zusätzliches Neopren am Rumpf kompensieren kann. Eine gut sitzende Kopfhaube ist normalerweise die günstigste und größte Einzelverbesserung beim Kaltwasserkomfort.

Danach kommen Hände und Füße. Finger und Zehen verlieren Geschicklichkeit und Gefühl lange bevor der Rumpf auskühlt, und ein Tauchgang endet meist, weil Sie eine Schnalle nicht mehr bedienen können, nicht weil Ihnen wirklich kalt ist. Stimmen Sie Handschuhe und Füßlinge auf die Anzugstärke ab, und denken Sie daran, dass dickere Füßlinge Ihre Flossengröße verändern — kaufen Sie Flossen und Füßlinge zusammen, nicht Monate auseinander.

Schließlich hängen Kälteschutz und Bleimenge zusammen. Neopren hat Auftrieb, also braucht ein dickerer Anzug mehr Blei, und ein Trockenanzug mit dickem Unterzieher noch mehr. Ein Wechsel des Anzugtyps bedeutet fast immer, das Bleigewicht mit einem richtigen Tarierungscheck von Grund auf neu zu bestimmen, nicht aus der vorherigen Konfiguration zu schätzen.

Kosten über die Nutzungsdauer

Ein Nassanzug hat mit großem Abstand die niedrigsten Einstiegskosten und praktisch keine laufenden Kosten außer dem Abspülen. Ein Halbtrockener liegt etwas darüber. Ein Trockenanzug kostet ein Vielfaches eines Nassanzugs, bevor Sie einen einzigen Unterzieher gekauft haben, und bringt zusätzlich die Kosten für den Spezialkurs, regelmäßigen Manschettentausch, Reißverschlusspflege und gelegentliche Leckreparaturen mit sich.

Dagegen steht, dass ein Trockenanzug Ihre Saison von wenigen warmen Monaten auf das ganze Jahr in mitteleuropäischen Bedingungen verlängert und nicht ersetzt werden muss, wenn sich Ihr Wärmebedarf ändert — Sie wechseln einfach den Unterzieher. Taucher, die vor Ort durch den Winter tauchen, kommen meist zu dem Schluss, dass sich die Rechnung binnen zwei oder drei Saisons dreht. Taucher, die zweimal im Jahr im Warmwasser tauchen, fast nie.

Ein pragmatischer Weg ist, jetzt einen guten Nassanzug zu kaufen, eine Saison mit einem Leih-Trockenanzug zu tauchen und dabei den Spezialkurs zu machen, und erst dann zu entscheiden. Einen Trockenanzug vor dem Kauf zu leihen sagt Ihnen mehr darüber, ob Ihnen Trockentauchen liegt, als jeder Vergleichsartikel.

Worauf Sie achten sollten

  • Sitz vor Stärke: Ein gut sitzender 5-mm-Anzug übertrifft einen lockeren 7-mm-Anzug. Prüfen Sie im Stehen und in der Hocke auf Lücken im Kreuz, in den Kniekehlen und am Hals.
  • Wassertemperatur in der Tiefe, nicht an der Oberfläche: Wählen Sie nach den Bedingungen unter der Sprungschicht in dem Wasser, das Sie tatsächlich tauchen.
  • Manschetten und Reißverschluss beim Trockenanzug: Latex ist wärmer und günstiger, altert aber schneller; Silikon hält länger und ist bei Latexallergie freundlicher. Prüfen Sie, ob Ersatzmanschetten für das Modell verfügbar sind.
  • Dehnqualität des Neoprens: Super-Stretch-Einsätze an Schultern und Kniekehlen machen einen Anzug erheblich leichter anzuziehen und angenehmer zu schwimmen und erlauben eine engere Größe für bessere Abdichtung.
  • Nahtverarbeitung: Geklebte und blindgesteppte Nähte lassen weit weniger Wasser durch als überwendlich vernähte; innen getapte Nähte sind für kaltes Wasser nochmals besser.
  • Das komplette Wärmesystem: Planen Sie Kopfhaube, Füßlinge und Handschuhe im selben Kauf ein und prüfen Sie danach Ihre Bleimenge neu.
  • Reißverschlussposition beim Nassanzug: Rückenreißverschlüsse lassen sich allein leichter anziehen; Brust- und Frontreißverschlüsse spülen weniger und sind wärmer, kosten dafür beim Einstieg mehr Mühe.
  • Reparierbarkeit: Risse im Neopren an Manschetten und Bündchen sind mit der Zeit normal und reparierbar. Haben Sie Neoprenkleber in der Tasche, statt einen Anzug wegen eines kleinen Risses auszumustern.

Pflege und Wartung

Spülen Sie jeden Anzug nach jedem Tauchgang innen und außen mit Süßwasser. Salz kristallisiert in den Zellen des Neoprens und in den Nähten, wo es das Material versteift und die Fasern von innen heraus schmirgelt. Fünfzehn bis zwanzig Minuten Einweichen in sauberem Süßwasser bringen weit mehr als kurzes Abspritzen. Drehen Sie den Anzug für die zweite Hälfte des Spülens auf links, damit das Futter, das den meisten Schweiß und das meiste Salz hält, richtig durchgespült wird.

Trocknen Sie einen Nassanzug zuerst auf links, drehen Sie ihn dann und trocknen Sie die Außenseite fertig, immer im Schatten und nie in der Sonne — UV baut Neopren schneller ab als alles andere, was Sie damit anstellen. Hängen Sie ihn über einen breitschultrigen Bügel oder über eine dicke Stange. Ein dünner Drahtbügel erzeugt dauerhafte Knicke an den Schultern, wo die Zellen kollabieren und der Anzug Isolierung verliert. Lagern Sie einen Anzug nie zusammengedrückt am Boden einer Tasche und trocknen Sie ihn nie auf der Heizung.

Bei Trockenanzügen kommt der Reißverschluss zur Routine hinzu. Spülen Sie ihn, halten Sie ihn frei von Sand und wachsen Sie ihn regelmäßig mit dem Zipperwachs des Herstellers statt mit einem allgemeinen Schmiermittel. Schließen Sie ihn vollständig, aber nie mit Gewalt. Lagern Sie einen Trockenanzug an den Füßlingen hängend mit offenem Reißverschluss, damit die Manschetten nicht gequetscht werden, und behandeln Sie Latexmanschetten vor längerer Lagerung mit parfümfreiem Talkum oder einem geeigneten Pflegemittel. Prüfen Sie die Manschetten zu Saisonbeginn auf kleine Risse, denn eine Manschette, die auf dem Boot reißt, beendet einen Tauchtag, den eine fünfminütige Kontrolle gerettet hätte.

Kleine Risse im Neopren sollten zügig mit Neopren-Kontaktkleber geklebt werden — ein unbeachteter Riss wandert bei jedem Anziehen weiter die Naht entlang. Lecks in einem Trockenanzug lassen sich fast immer auf Manschetten, Reißverschluss oder ein durchgescheuertes Knie zurückführen, und ein Drucktest mit Seifenwasser zu Hause findet sie schneller als Raten nach einem kalten Tauchgang.

Häufige Fragen

Ab welcher Wassertemperatur brauche ich einen Trockenanzug?

Eine feste Schwelle gibt es nicht, aber unter etwa 12 °C empfinden die meisten Taucher einen Nassanzug als unangenehm begrenzend, und unter 10 °C wird ein Trockenanzug für alles außer kurzen Tauchgängen zur praktischen Wahl. Es hängt auch von der Anzahl der Tauchgänge pro Tag ab, denn einen kalten Nassanzug ein zweites Mal anzuziehen ist deutlich unangenehmer als einen trockenen. Wer mitteleuropäische Steinbrüche und Seen ganzjährig taucht, landet fast immer im Trockenen.

Brauche ich für den Trockenanzug eine spezielle Ausbildung?

Ja. Ein Trockenanzug fügt einen zweiten Gasraum hinzu, der unabhängig vom Jacket gesteuert werden muss, und damit ändern sich Tarierung, Wasserlage und Notfallverfahren. Jeder große Ausbildungsverband bietet eine Trockentauch-Spezialisierung an, meist ein kurzer Kurs mit Theorie und einigen Tauchgängen. Die meisten Tauchbasen verleihen ohne diese Ausbildung keinen Trockenanzug.

Was ist der Unterschied zwischen Trilaminat- und Neopren-Trockenanzug?

Ein Trilaminatanzug ist eine Gewebehülle ohne eigene Isolierung — alle Wärme kommt vom Unterzieher, was ihn sehr anpassungsfähig und tiefenunabhängig macht. Ein Neopren-Trockenanzug isoliert selbst, braucht dünnere Unterzieher, sitzt enger am Körper und wirkt im Wasser weniger voluminös, ist aber schwerer, trocknet langsamer und verliert in der Tiefe einen Teil seiner Isolierung, weil das Neopren komprimiert.

Lohnt sich ein Halbtrockenanzug?

Für Wasser im Bereich von 10–16 °C ja. Ein Halbtrockener behält den engen Sitz und die einfache Handhabung eines Nassanzugs, dichtet aber Handgelenke, Knöchel und Hals so ab, dass kaum Wasser ausgetauscht wird. Er kostet erheblich weniger als ein Trockenanzug, braucht keine Zusatzzertifizierung und keine Manschettenpflege. An einen Trockenanzug bei langen Tauchgängen in wirklich kaltem Wasser reicht er nicht heran — als Schritt nach oben von einem 7-mm-Nassanzug ist er aber sinnvoll.

Warum friere ich in einem Anzug, der eigentlich reichen müsste?

Fast immer liegt es am Sitz oder an den Extremitäten. Prüfen Sie auf Flushing — Lücken im Kreuz, am Hals und in den Kniekehlen, durch die Wasser zirkuliert. Prüfen Sie dann, ob Sie ohne Kopfhaube tauchen, denn das ist der größte vermeidbare Wärmeverlust. Berücksichtigen Sie außerdem Tauchgangsdauer, Wiederholungstauchgänge ohne Aufwärmen und ob die Temperatur in der Tiefe deutlich niedriger ist als an der Oberfläche. Einen dickeren Anzug zu kaufen ist oft die am wenigsten wirksame Lösung.

Wie viel Blei brauche ich bei einem Anzugwechsel?

So viel, dass es neu berechnet und nie geschätzt werden muss. Neopren hat Auftrieb, dickere Anzüge brauchen erheblich mehr Blei, ein Trockenanzug mit dickem Unterzieher noch mehr. Machen Sie bei jedem Wechsel von Anzugtyp oder -stärke einen richtigen Tarierungscheck im Flachwasser mit nahezu leerer Flasche und notieren Sie das Ergebnis. Zur Sicherheit überbleit zu tauchen ist die häufigste Ursache für schlechte Wasserlage und hohen Luftverbrauch.

Wie lange hält ein Nassanzug?

Mit regelmäßigem Spülen, Trocknen im Schatten und korrekter Lagerung gibt ein guter Nassanzug viele Saisons her. Neopren altert, indem es Zellstruktur verliert — es wird nach und nach dünner, auftriebsärmer und weniger isolierend, und das geschieht am schnellsten unter UV, Hitze und Kompression. Nähte und Reißverschlüsse fallen üblicherweise zuerst aus und sind reparierbar. Ein Anzug, der Sie bei der auf dem Etikett angegebenen Stärke nicht mehr wärmt, ist meist einfach mit dem Alter komprimiert.

Kann ich einen Nassanzug unter einem Trockenanzug tragen?

Nein — und es macht die Sache schlimmer. Ein Trockenanzug isoliert über die Loft der im Unterzieher eingeschlossenen Luft, und Neopren unter einem Trockenanzug komprimiert diesen Luftraum und schränkt die Beweglichkeit stark ein. Verwenden Sie einen dafür gemachten Unterzieher in passender Stärke; genau dessen Wechsel ist der Anpassungsmechanismus, um den herum ein Trockenanzug konstruiert ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert